Solar heizen? Im Prinzip ja

Pressemitteilung vom
Die Diskussionen um die Art des Heizens rücken vielfach auch wieder die Solarenergie in den Fokus. Mit einer Photovoltaikanlage und einem Elektroheizstab das Heizungswasser erhitzen, mit Solarstrom eine Wärmepumpe betreiben oder aber eine solarthermische Anlage zur Wärmeerzeugung nutzen? Ist solares Heizen sinnvoll?
  • Ob nun Photovoltaik, Solarthermie oder eine Kombination beider Techniken zur Nutzung der Solarenergie sinnvoll und wirtschaftlich ist, muss im Einzelfall geprüft werden.
  • Grundsätzlich gilt – je schlechter die Dämmung eines Gebäudes, desto geringer wird der mögliche solare Deckungsanteil.
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Die Diskussionen um die Art des Heizens rücken vielfach auch wieder die Solarenergie in den Fokus. Mit einer Photovoltaikanlage und einem Elektroheizstab das Heizungswasser erhitzen, mit Solarstrom eine Wärmepumpe betreiben oder aber eine solarthermische Anlage zur Wärmeerzeugung nutzen? Ist solares Heizen sinnvoll? „Im Prinzip ja“, sagt Helmut Pertz, Energieberater der Verbraucherzentrale Saarland, „aber Solarenergie kann in der Regel nur einen begrenzten Anteil des Heizwärme­bedarfs decken und die Wirtschaftlichkeit ist nicht in jedem Fall gegeben.“

Naturgemäß ist die Sonneneinstrahlung in unseren Breiten in den Winter­monaten eher gering. Darüber können auch einzelne sonnige Wintertage nicht hinwegtäuschen. „Selbst eine sehr große Anlage kann den gesamten Heizwärmebedarf nicht decken“, so Pertz. Dies lässt sich am Beispiel eines gut gedämmten Einfamilienhauses erläutern, dessen Süddach komplett für die Erzeugung von Solarenergie genutzt wird: Bei einer Photovoltaik­anlage liegt der während der Heizzeit monatlich produzierte Solarstrom bei nur 2 bis 8 Prozent des Jahresertrags. Nach Abzug des für Haushaltsstrom nutzbaren Anteils kann ein elektrischer Heizstab mit dem restlichen Solarstrom maximal 20 Prozent des Heizwärmebedarfs dieses Beispiel-Gebäudes decken. Der übrige Strom muss zu hohen Kosten aus dem Netz bezogen werden. Mit dem Einsatz einer Wärmepumpe sieht die Bilanz zwar besser aus, aber die Deckungsrate während der Heizzeit wird 40 bis 50 Prozent kaum übersteigen. Für den in den Sommer­monaten erzeugten Überschussstrom erhält man zudem nur eine geringe Einspeisevergütung.

Wird das Dach stattdessen komplett mit Solarthermie-Kollektoren belegt, so ist eine Deckungsrate von bis zu 35 Prozent möglich. Allerdings sind die in den Sommermonaten theoretisch möglichen Erträge nur mit sehr großen Wärme­speichern nutzbar. Verschiedene Projekte konnten zwar nachweisen, dass damit Deckungsraten von bis zu 80 Prozent möglich sind, allerdings benötigen solche Speicher sehr viel Platz und sind kostenintensiv.

Ob nun Photovoltaik, Solarthermie oder eine Kombination beider Techniken zur Nutzung der Solarenergie sinnvoll und wirtschaftlich ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Grundsätzlich gilt – je schlechter die Dämmung eines Gebäudes, desto geringer wird der mögliche solare Deckungsanteil. Im Allgemeinen erweist es sich als vernünftig, zunächst den Bedarf zu ermitteln und dann die Anlagentechnik danach auszuwählen und zu dimensionieren.

Ausführlichen und individuellen Rat hierzu, sowie zu allen Fragen des Energiesparens erhält man bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Dank der Bundesförderung für Energieberatung sind die Rückruf- und die Video-Beratung ebenso kostenfrei wie die Beratung in einer der Niederlassungen im Saarland. Terminvereinbarung landesweit unter 0681 50089-15 oder unter der kostenfreien bundesweiten Hotline 0800 809 802 400.

Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

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